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03.03.2019Herren II

Herren II - 9. Meisterschaftsrunde

Der einstige Schriftsteller und Pfarrer Albert Bitzius (Pseudonym: Jeremias Gotthelf) hätte den letzten Akt des finalen Spieltages der 2. Liga in seinen zahlreichen Kalendersprüchen, Aufsätzen, Briefen und Predigten kaum spannender abhandeln können. Aufgrund der brisanten Szenerie in der nach ihm benannten Bitzius-Halle dürfte sich der studierte Theologe vor Erregung das ein oder andere Mal im Grabe umgedreht haben.

Zwei Mannschaften waren bis zum Schluss in den Abstiegskampf involviert, wobei Fully mit drei Einheiten Vorsprung und dem besseren Torverhältnis die deutlich besseren Karten als der BTV Bern in der Hand hielt. Die Stadtberner mussten gegen Schlusslicht Apples und Leader Jongny beide Schlachten zwingend gewinnen, während den Wallisern gegen die Mittelfeldteams Ueberstorf und Flamatt lediglich ein magerer Punkt zur Klassenzugehörigkeit reichte.

Eigentlich eine Ausgangslage zum Gähnen, doch der Sport schrieb wieder einmal eine dieser nicht planbaren Geschichten, die man irgendwann in der Abenddämmerung noch seinen Enkeln erzählen wird. 30 Sekunden vor Schluss bodigte der Berner Turnverein zunächst den Tabellenletzten mit 5:4 und am späten Nachmittag stiess man Jongny dank eines historischen 8:5-Sieges sogar vom sicher geglaubten Barrageplatz für die 1. Liga. Semsales erbt. Semsales jubelt. Und Semsales trinkt die Flamatter Buvette leer (!). Das ist allerdings eine andere Geschichte. Und Fully? Die dürften sich nach den beiden knappen Niederlagen (7:9, 4:5) im Tal der Weissweintränen befinden.  

 

Das Team von Ghislain Clerc wollte unter keinen Umständen den Abstiegskampf verfälschen und machte sich dementsprechend engagiert ans Tageswerk. Topskorer Jenny und Köstinger brachten die Freiburger optimal 2:0 in Front. Die Rhonetaler ihrerseits realisierten nun allmählich, dass sie das Schicksal bei einer Pleite in fremde Stöcke legen würden. Mittels Penalty und halbhohem Schuss stellten die Unterwalliser prompt auf 2:2. Doch als Lehmann noch vor der Pause Jenny bedient, die Dutly-Brüder in einer Co-Produktion später nachlegen und Köstinger einen Strafstoss sehenswert verwandelt, droht Fully die Partie zu entgleiten. Der Anschluss will trotz bester Chancen lange Zeit nicht gelingen. Erst als sich die Flamatter Hintermannschaft zwei Mal sehr leicht überraschen lässt, wird die Begegnung wieder spannend. In einer hochdramatischen Schlussphase müssen die Freiburger zwar einige heikle Situationen überstehen, doch Tore fallen im Osten von Bern keine mehr. Fully hadert, der BTV atmet auf.   

Flamatt gegen Laupen – normalerweise ist das ein echter Kracher. Da es für beide Equipen aber um nichts mehr ging, stand die Affiche etwas im Schatten der anderen sportlich weitaus wichtigeren Begegnungen.

Das Duell der Kantonsnachbaren barg aber auch an diesem dritten März durchaus Brisanz, zumal Laupen noch eine Rechnung aus der Vorrunde zu begleichen hatte. Köstinger stimmte seine Teamkollegen mit dem «Zucker-Ritual» professionell auf den bevorstehenden Kampf ein. Trotz des Wachmachers liessen sich die Flamatter auf dem falschen Fuss erwischen und lagen nach zehn Minuten bereits unsäglich mit 0:4 in Rücklage. Da passte in der defensiven Zuordnung für einmal gar nichts zusammen. Das anschliessende Time-Out rüttelte die Mannschaft zwar nochmal auf, die Hypothek wog in der Folge schliesslich zu schwer. Zudem wurde die Aufholjagd mit ungewohnten Unkonzentriertheiten immer wieder torpediert. Dem SC Laupen gelang die Revanche somit verdient.

Fazit

Die Sense Unterländer haben mit dem Ligaerhalt das ausgerufene Saisonziel auf souveräne Art und Weise erreicht. Obwohl man phasenweise unter dem Strich klassiert war, liess man sich nicht aus der Ruhe bringen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass etliche Spieler mit dem Aufstieg in die zweite Liga absolutes Neuland betraten. Umso erstaunlicher, wie die Herausforderung gemeistert wurde. Als Topskorer firmiert in der Endabrechnung einmal mehr der Wünnewiler Fabian Jenny, der mit 54 Skorerpunkten sogar 18 mehr als in der Vorsaison scheffeln konnte. Albert Bitzius wäre stolz gewesen. 

Bericht: MZ

 

Anm. d. Red.:  Die jeweils äusserst wortgewandten Berichte verdankt das Team übrigens dem brillianten Sportreporter MZ (Name der Redaktion bekannt). Regelmässig sind seine Berichterstattungen zur freiburger Unihockey- und Sportszene auch in den Freiburger Nachrichten zu lesen. Die schweizer Medienlandschaft wird nach LA (Name der Redaktion auch bekannt) erneut mit einem aufstrebenden Stern aus Reihen des Teams/Vereins bereichert - herzliche Gratulation und vielen Dank!

 

Team Sponsoren

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UHC Fully

Telegramm

Bizius A+B, Bern. SR: Franz Salzmann
Tore: Köstinger (S. Dutly) 1:0, Jenny (Toggweiler) 2:0, Jenny (Lehmann) 3:2, S. Dutly (C. Dutly) 4:2, Köstinger (Penalty) 5:2
Strafen: k.A.
Flamatt: Zbinden (T); C. Dutly, Köstinger, S. Dutly; Lehmann, Jenny, Dammann, Toggweiler
Bemerkungen: Flamatt ohne: Bourget (Ersatz), Mülhauser, Lüttge, Vonlanthen, Helfer, Berger, Dietz, Marti, Zurbriggen

SC Laupen III

Telegramm

Bizius A+B, Bern. SR: Daniel Fahrni
Tore: 17. Köstinger (S. Dutly) 1:4, 18. Jenny (Lehmann) 2:4, 21. S. Dutly (Köstinger) 3:5, 28. Toggweiler (Köstinger) 4:6, 35. Köstinger (C. Dutly) 5:8, 39. Jenny (C. Dutly)
Strafen: k.A.
Flamatt:
 Bourget (T); C. Dutly, Köstinger, S. Dutly; Lehmann, Jenny, Dammann, Toggweiler
Bemerkungen: Flamatt ohne: Zbinden (Ersatz), Mülhauser, Lüttge, Vonlanthen, Helfer, Berger, Dietz, Marti, Zurbriggen